Sonntag, 26. Juni 2016

Let's rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Finale

Willkommen zum Finale des Sommerock-Sewalongs! Als hätte der Sommer auf unsere Röcke gewartet, ist es jetzt schön und warm geworden - lasst sehen, was ihr genäht habt! Wir lassen die Verlinkungsmöglichkeit eine Woche offen, so dass ihr nicht hetzen müsst, denn das Mitnähen bei Sewalongs läuft ja nicht immer so, wie man sich das vorher vorgestellt hat.

Wir beiden, eure Gastgeberinnen, sind dafür das beste Beispiel: Ich (Lucy) habe wie geplant wenigstens einen Rock - Schnitt 101 aus Burdastyle 3/2016) - aus Rentnerjackenstoff mit blauer Paspel fertig bekommen.



Für die angedachte zweite Version aus etwas aufregenderem Stoff ist noch nichts gemacht, aber dafür habe ich Dank des Sewalongs eine Menge neue Ideen im Kopf: Einen langen, ausgestellten Rock aus Waxprint, einen knielangen Rock aus fließendem, schwarzen Stoff, einen schmalen Maxirock aus der Viskose, die hier schon zwei Jahre genau für diesen Zweck liegt... Sicher werde ich in den nächsten Wochen nicht mal annähernd alles umsetzen, aber ein gut gefülltes Ideenbuch ist ja schon ein Wert an sich. Danke dafür!



Bei mir, .meike, klappte wenig nach Plan. Plan A, ein Rock aus lange genau für diesen Zweck gehüteten Streifenstoff wurde gedanklich von Woche zu Woche komplizierter. Fertig ist er nicht, aber da ich ihn euch zum Sew Along versprochen habe, habe ich wenigstens improvisiert und kann einen Rock zeigen, dem noch der Reißverschluß und der Saum fehlt. Um an der virtuellen Modenschau, dem Sew-Along-Finale aber wenigstens etwas Fertiges zeigen zu können, nähte ich noch ein schnelles Rockprojekt, einen Maxi-Rock.




So eine gemeinsame Nähaktion hilft wirklich ungemein, sich zu trauen, sich aufzuraffen und sich spätestens zum Ende ordentlich ins Zeug zu legen, um wenigstens irgendetwas zu zeigen. Ich danke euch fürs Mitfiebern und Mitmachen - denn: nach dem Rock ist vor dem Rock.

Wir danken euch für eure rege Beteiligung und euren Spaß am Mitnähen und sind auf eure Sommerrock-Kreationen gespannt.




Mittwoch, 22. Juni 2016

MeMadeMittwoch mit Gastbloggerin Tina Blogsberg

Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute die große Ehre, Euch hier beim MMM meine Urlaubsgarderobe vorstellen zu dürfen. Ich bin Tina und blogge normalerweise unter dem Label Tina Blogsberg.
Ich habe sehr, sehr lange überlegt, was ich heute zeigen möchte und mich dann für eine Rock-Top Kombination entschieden, die ich bis jetzt wegen des schlechten Wetters leider nur in unserem schönen Kroatien Urlaub tragen durfte.


Zunächst ein paar Worte zum Top. Dieser Schnitt von AnniNanni ist bis jetzt leider unveröffentlicht. Das Top ist unter der Brust geteilt und hat zwei Brustabnäher, dadurch sitzt es wirklich sehr gut. Ich hoffe Annika ringt sich irgendwann doch noch durch den Schnitt zu veröffentlichen. Für das Top habe ich einen weichen Baumwolljersey verwendet. Die Säume sind mit einem Streifen versäubert. Mittlerweile habe ich etwas Übung darin und es wird immer ordentlicher.


Für den Rock habe ich den Schnitt Hollyburn von Sewaholic Patterns für mich entdeckt. Schon oft durfte ich ihn hier beim MMM bestaunen. Und es ist wirklich ein sehr schöner Schnitt, der Rock fällt weit, er hat Taschen und einen richtigen Bund. Mir widerstrebt es ja bis jetzt immer noch einfach mal einen Jerseyrock mit Bündchen zu  nähen. Irgendwie ist das nicht meins.


Da ich kein grofler Fan von Taillenröcken bin, habe ich Hollyburn eine Nummer größer genäht, damit er etwas tiefer sitzt, das gefällt mir an mir einfach besser. Leider war ich dabei aber schon bei der größten Göße vom Rock angelangt. Ich bezweifle, dass der Rock mir auch passt, wenn ich ihn aus einer gänzlich undehnbaren Webware nähen würde, wirklich sehr schade. Aber vielleicht probiere ich das einfach mal aus oder nehm ein paar Kilo ab, haha.
Hier habe ich noch zwei Detailbilder für Euch vom Bund und einer Tasche des Rockes, auf denen Ihr das schöne florale Muster des Jeansstoffes sehen könnt. Beide Stoffe sowohl der Jersey als auch der Jeansstoff sind vom Stoffmarkt.



Und jetzt wünsche ich Euch noch eine wunderschöne Woche und bin schon ganz gespannt auf Eure Mittwochs-Werke.

Eure Tina



Sonntag, 19. Juni 2016

Let's Rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Details, Details, Details


Hallo und herzlich willkommen zum dritten Treffen unseres Sommer-Rock-Sew-Alongs. Wir freuen uns sehr, dass die Idee, einen Sommerrock zu nähen so gut bei euch ankommt und sind gespannt auf eure Fortschritte!

Das heutige Thema sind Details. Ich, Meike, finde das ja gerade das Tolle am Nähen, dass ich es in der Hand habe, Details an Kleidungsstücke beliebig anzufügen oder wegzulassen. Ich denke da an vergessene Mantelaufhänger oder Ratz-Fatz-Röcke ohne Taschen. Die viel interessanteren Details sind aber diejenigen, die genau zu unserem Leben und unseren Bedürfnissen passen und die wir auch an Schnittmuster anfügen können, obwohl sie dafür gar nicht vorgesehen sind. Das prägnanteste Beispiel sind für mich: Taschen.

Bei Taschen gibt es die eine und die andere Fraktion: die einen sagen "kein Kleidungsstück ohne Taschen, wohin sonst mit Taschentuch, Schlüssel und Telefon" und die anderen sagen "Taschen? Wenn dann ohne Funktion, denn das trägt sonst viel zu viel auf" und vielleicht gibt es auch noch die dritte Fraktion, die das ganz einfach nach Lust und Laune handhabt. Ganz viel zum Thema "Taschen an Kleidungsstücken haben wir schon 2012 im Taschen-Monat-September zusammengetragen.

Rocktaschen können ein Designmerkmal sein und deswegen in ganz vielen Formen vorliegen. Die typischsten habe ich jetzt mal für euch zusammengestellt:


Nahttaschen
Diese Taschen werden in den Seitennähten eingefügt. Sie haben eine runde, abfallende Form, die zur Größe der Hand passt und immer nach unten zeigt, damit nichts herauskullert. Solche Taschen kennt eigentlich jede. Sie sind einfach zu nähen und wenn ihr einem Schnitt solche Taschen zufügen wollt, könnt ihr das Taschenschnittmuster problemlos von einem anderen Schnitt nehmen. Und wenn frau den Trick beherzigt, die Nahtzugabe auf den Taschenbeutel zu nähen, dann quillt auch nach ordentlichem Bügeln kein Wulst aus der Seitennaht.


Aufgesetzte Taschen
Aufgesetzte Taschen sind nichts anderes als ein verstürztes Stoffstück, das U-förmig angenäht wird, damit ein Beutel mit Eingriff ensteht. Verstürzen heißt nichts anderes, als dass zwei Stoffe (das, was als Tasche zu sehen sein soll und ein Taschenfutter) rechts auf rechts bis auf eine kleine Wendeöffnung zusammen genäht werden. Solche aufgesetzten Taschen sind oft rund oder eckig mit einer zurückgeklappten Ecke, so wie bei Sybilles Tutorial von letzter Woche.


Taschen mit Eingriff von oben
Diese Taschen kennt ihr z.B. von Jeans. Sie haben einen Eingriff von oben und und es gibt für den Taschenbeutel nur ein Schnittteil, das gleichzeitig ein Teil des Bundes ist bzw. oben am Bund angenäht wird. Manchmal werden solche Taschen mit kontrastierendem Stoff genäht, so dass überhalb des Eingriffs und in der Tasche ein anderer Stoff ist, als der Rest des Rockes. Die Tascheneingriffe kann frau zur Stabilisierung und/oder Verzierung mit Schrägband einfassen.


Taschen im Bahnenrock
Bahnenröcke habe ich viele (z.B. dieser Rock) und alle haben diese Taschenvariante, die mir mal eine Freundin zeigte. Um solche Taschen zu konstruieren, überlegt ihr euch, in welcher Höhe der Tascheneingriff sein soll und teilt das Schnitteil horizontal an dieser Stelle. Dann überlegt ihr euch, wie tief die Taschen sein soll und schneidet ein oberes neues Bahnenteil zu, das die Fläche oberhalb der Tasche sowie den Taschenbeutel bildet. Beide Teilbahnen werden an den Seiten verbunden, wenn die Bahnen aneinandergefügt werden und am unteren Ende der Tasche mit einer Naht geschlossen. Den Eingriff könnt ihr umklappen und feststecken oder mit Schrägband versäubern.

Das wäre es von meiner Seite aus zum Thema Taschen. Ich übergebe an Lucy, die sich mit Säumen beschäftigt.

Wie oft habe ich, Lucy, beim Nähen eines Rockes oder Kleides schon vorfreudig und voreilig gedacht: "Nur noch der Saum, dann ist es fertig!" Fast genauso oft, wie ich den Saum dann zwei- oder dreimal nähen musste, weil der Stoff seltsam abstand oder beulte, meistens weil die gewählte Saumart nicht richtig zum Stoff und zum Schnitt passte. Ich habe heute daher ein paar Beispiele für verschiedene Saumarten zusammengestellt.

Breiter, gerader Saum, zweimal eingeschlagen

Saum zweimal eingeschlagen, Blindstich - Klick aufs Foto zeigt es größer an
Wenn die Saumlinie gerade ist, kann der Saum gut 4 cm breit sein, durch den breiten Umschlag fällt der Rock schön. Bei dünnerem Stoff, so wie hier bei bedruckter Viskose, aber auch bei dünnen, nicht steifen Wollstoffen, bügelt man erst den Saumumschlag um, dann kann man die Saumzugabe oben auch noch einmal knapp einschlagen (etwa 1 cm) und den Saum entweder am Einschlag entlang feststeppen oder fast unsichtbar mit Blindstich per Hand annähen.

Beim Blindstich erfasst man auf der Rockseite immer nur einen Gewebefaden mit der Nadel, während man in die Saumseite großzügiger einstechen und den Faden ein Stück in der umgeklappten Kante mitlaufen lassen kann. Man sticht also quasi im Zickzack zwischen Saumumschlag und Rock hin- und her. Ein kurzes Video des Blindstichs findet ihr in diesem Beitrag bei Ella Mara. Es ist völlig in Ordnung, wenn man die Stiche auf der Außenseite des Rockes als eine Reihe kleiner Punkte sehen kann - solange sie gleichmäßig sind und man den Faden nicht zu stark anzieht, sieht das ordentllich aus. 

Breiter, gerader Saum, einmal eingeschlagen

Versäuberter Saum, Blindstich - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald der Stoff etwas dicker und steifer ist und sich womöglich noch schlecht bügeln lässt, ist es ungünstig, den Stoff zweimal umzuschlagen - der Saum wird wulstig und zeichnet sich gerne mal auf der Außenseite ab. Dann versäubert man am besten die Kante des Saumumschlags mit einer beliebigen Methode und näht dann knapp neben der Versäuberung den Blindstich. Ella näht im verlinkten Video oben ebenfalls einen einfach umgeschlagenen Saum an.

Gebogener Saum mit Schrägband oder Spitze, außen unsichtbar

Schmaler Saum mit Spitze oder Schrägband - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald die Saumlinie gebogen ist, kommt man mit breiten Saumumschlägen in die Bredouille: Der Umschlag wird zur Schnittkante hin breiter, der Rock nach oben enger - das resultiert in einem Stoffüberschuss, der sich beim Annähen nicht wirklich elegant unterbringen lässt. Gebogene Säume sollten deshalb schmaler sein,  etwa 1,5 cm Einschlag reicht.

Besonders einfach und schön ist es, den Saum mit Spitze oder Schrägband zu verarbeiten: Schmale Spitzenborte mit Geradstich auf die rechte Seite des Rocksaums steppen, Spitze so nach innen klappen, dass sie von außen nicht mehr zu sehen ist, und mit Blindstich von Hand annähen. Oder schmales, vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts in der Saumlinie ansteppen, nach innen klappen und von Hand gegensäumen.

Mit Schrägband eingefasster Saum

Saum mit Schrägband eingefasst - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Einen zusätzlichen Farbakzent kann man mit einem mit Schrägband eingefassten Saum setzen -  ich habe natürlich nur ein Beispielbild schwarz mit schwarz. Entweder vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts auf den Rock steppen, um die Kante legen und die zweite Tour innen mit der Hand unsichtbar festnähen, oder zuerst auf der linken Seite ansteppen, nach außen umklappen und die zweite Runde sichtbar von rechts feststeppen.

Spitzensaum


Futterröcke mit Spitzenkante - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Spitzenkante von links - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Eine Spitzenkante am Rocksaum (ich mache das ab und zu bei Futterröcken) kann man so annähen: Spitzenborte knapp an der Bortenkante entlang auf der rechten Stoffseite mit Geradstich festeppen, die Nahtzugabe des Stoffes auf der linken Seite nach oben (von der Borte weg) bügeln und die Bortenansatzkante von rechts noch einmal mit einem kleinen Zickzackstich entlangkanteln. Überschüssigen Stoff auf der Rückseite bis zum Zickzack wegschneiden.

Gepfuschter Saum

Hingepfuschter Saum - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Manchmal hilft aber gar nichts - wenn sich, wie hier, ein dicker, störrischer Stoff nicht bügeln lässt und alles regelgerecht Genähte furchtbar aussieht, dann darf man auch einfach mal den Umschlag mit Zickzack versäubern und die Saumkante knappkantig absteppen und es gut sein lassen!

Und wie sieht es bei euch aus? Details wie im Schnittmuster vorgesehen oder doch etwas ganz Eigenes? Wie sehen eure Nähfortschritte aus? Wir sehen uns am 26.6. beim Finale!



Mittwoch, 15. Juni 2016

Me Made Mittwoch am 15.06.2016

Wie gut, dass mir gestern noch eingefallen ist das ich heute mit MMM-vortanzen dran bin, das war knapp.
Ich bin Sybille und blogge unter dasbürofürschönedinge.

Mein Plan war es euch in schönster Sonne den Dottie Angel Frog ans Herz zu legen, iss aber kein Wetter nich.
Zu unserem derzeitigen Wetter passt WOHHLFÜHLKLEIDUNG, die kann ich euch zeigen.

Da ich fleissig meinen diesjährigen Campingurlaub vorbereitenähe, habe ich ein gemütliches neues Sloane aus dickem Kuschelsweat, die dazugehörige Hudson Pants trage ich aber nicht im Büro, also nicht im Bild.

Animalprint geht ja immer, besonders wenn der Rock einen formidablen Gummizug und riesige Taschen hat.
Darüber, gegen die Eiseskälte, mein neuer Cookie-Blouson, diesmal aus gestanztem Kunstleder. Das Futter passt dann wieder zum Rock, so wird ein Schuh draus; ähh apropos Schuh, endlich habe ich Hasbeens gefunden die mir passen, unglaublich, welch Freude!

Die Bilder vor dem Büroschrank bitte ich zu entschuldigen, Ambiente geht anders.





Sloane von Named Patterns und ein Rock frei nach La Maison Victor, mit Taschen von Megan Nielsen.




Blouson Cookie von Waffle Patterns, hier und hier schon einmal anders genäht.


 Bei der Jacke habe ich den Kragen  in einen klassischen Blousonkragen geändert, da es ja eine Sommerjacke sein soll.

Zu viel Leo geht einfach nicht!





Das Kunstleder war ein Superschnäppchen vom *Stoffsperrmüll* in Wolbeck, fast etwas zu fest für diesen Schnitt, wegen der Kräuselungen.

Jetzt lasst uns alle die Daumen drücken, Sonne komm wieder, ich möchte euch doch meine Frogs auch noch zeigen.

Vielleicht gibt es aber auch wärmere Teile Deutschlands, das werde ich jetzt an eurer Mittwochskleidung sehen, also Bühne frei:



Sonntag, 12. Juni 2016

Let's Rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Rockworkshop mit Sybille


Heute geht es weiter mit dem Sommerrock-SewAlong. Schwirrt euch nach der Inspirationssammlung von letzter Woche der Kopf, fühlt ihr euch ein bißchen überfordert, sucht ihr etwas ganz Einfaches, wollt ihr heute noch schnell einen Rock nähen und ihn morgen anziehen oder wollt ihr Freundinnen, die noch nie genäht haben zeigen, dass Nähen gar nicht schwierig ist? Für alle diese Fälle haben wir  - genauer gesagt: Sybille - heute eine Anleitung für einen ganz einfachen Sommerrock für euch. Ihr braucht nur Baumwollstoff und ein Bündchen, euren Schnitt zeichnet ihr euch selbst.

Oder habt ihr letzte Woche schon das richtige Projekt, den richtigen Schnitt zum Stoff oder euren Traumrock gefunden? Seid ihr mit dem Fortschritt glücklich oder gibt es Probleme? Verlinkt euren Stand in der Linkliste ganz unten.

Bei mir, Meike, sind die beiden Rockvorhaben schon gedanklich etwas weiter, aber ich gestehe: es ist noch keine Naht genäht. Lucy hat wenigstens schon die Taschen in ihr Rockvorderteil genäht.

Aber nun zu Sybilles Tutorial:

Anleitung für einen Sommerrock - ganz einfach


Hier ist ein Tutorial für absolute Nähneulinge, das ist der Ablauf meines Nähworkshops *Ein Tag ein Rock*, den ich, Sybille von dasbürofürschönedinge, die vergangenen Jahre in einem Bielefelder Nähcafe gehalten habe.
In diesem 3 stündigen Workshop hatte jede Teilnehmerin, auch die Kinder, ihren ersten selbst genähten und tragbaren Rock fertig gestellt.

Genäht werden soll ein einfacher Sommerrock mit Stretchbündchen, die Rockform ist A-förmig, eine einfache Trapezform.
Dieses Exemplar wird ein Mädchenrock in Größe XS.

Material:

Baumwollstoff ca 1,45 cm Breite, einmal die Rocklänge, z.B: 60 cm
Bündchenstoff als Schlauchware oder Meterware 25 cm
Etwas Packpapier, Papier und Stoffschere, Stecknadeln, Lineal und Schneiderkreide.



Zuschnitt:
Am besten nimmst du Packpapier und erstellt dir deinen individuellen Schnitt, dann kannst du ihn mehrfach verwenden.

Messe deine Hüftweite und teile diese durch zwei.
Rechne 5cm hinzu, das ergibt die obere Rockbreite, hierbei sind Vorder und Rückenteil gleich groß.
Jetzt legst du die Rocklänge nach deinen Wünschen fest, z.b.: 50 cm + 3 cm für den Saum, und zeichnest zwei gerade Linien nach unten.
Am unteren Ende fügst du rechts und links jeweils 5cm hinzu, verbinde die Punkte seitlich zu einem Trapez.
Wenn du dieses Trapez jetzt mittig durchschneidest hast du ein Rockvorderteil und ein Rückteil.


Falte die Stoffaußenseiten deines Baumwollstoffes zur Mitte, so dass zwei Bruchkanten (Stoffbruch) entstehen.
Jetzt jeweils ein Schnittmuster an einen Stoffbruch anlegen.
Beachte das Muster, nicht dass die Blumenstengel später nach oben zeigen, oder die Füchse Kopf stehen.
Jetzt zeichnest du die Umrisse mit Schneiderkreide auf deinen Stoff, und schneidest vorsichtig entlang der Linien aus.

Aufgesetzte Tasche:

Wenn du Taschen möchtest, schneidest du diese (2 Stück)in gewünschter Größe zu, der Stoff ist unten gedoppelt.


Die drei offenen Seiten stecken und bis ca 5 cm vor der unteren Kante schließen. Hier ist die Wendeöffnung.
Du nähst 1cm breit, wenn du die Nadeleinstellung auf links setzt, das ist bei fast allen Maschinen möglich, die rechte Füsschenseite läuft der Stoffkante entlang.
Nadeln immer quer zur Nährichtung stecken, so stichst du dich nicht und kannst über die Stecknadeln hinwegnähen.


Am Anfang und am Ende jeder Naht nähst du 3-5 Stiche rückwärts, das nennt sich Verriegeln
und hindert die Naht, sich wieder zu öffnen.


Um schöne Ecken zu nähen lässt du die Nadel im Stoff stecken, hebst den Nähfuß an,
wendest das Nähgut um 90 Grad und senkst das Füßchen wieder ab.


Ecken abschneiden, anschließend durch die Öffnung wenden, und bügeln!


Eine Ecke umbügeln (rechts und links) und Taschen auf dem Rockvorderteil positionieren.



Knappkantig und Füsschenbreit aufsteppen, dabei die Nähnadel in der Ecke wieder versenken.



Jetzt sind Vorder und Rückenteil fertig zum Zusammennähen.

Bündchen:

Es ist wichtig, dass das Bündchen eng sitzt, damit der Rock später nicht rutscht.
Bei Schlauchware kannst du es anprobieren, bei Meterware steckst du es an der Seite fest.





Passende Weite abstecken...



Überschüssigen Stoff einzeichnen, entlang der Linie zusammennähen, Rest abschneiden.



Jetzt die Naht auseinanderbügeln und das Bündchen über der Naht zusammenlegen.
Die Naht ist jetzt im Inneren versteckt und das Bünchen gedoppelt.
Soweit fertig.
Rock Vorder- und Seitenteile rechts auf rechts (mit den schönen Seiten) aufeinanderlegen.
Seiten stecken und wieder mit 1 cm Randabstand zusammennähen.



Die beiden Seiten müssen jetzt versäubert werden, damit der Stoff nicht ausfransen kann.
Entweder du benutzt den Zickzackstich deiner Nähmaschine, oder du hast Zugriff auf eine Overlockmaschine, die schneidet gleichzeitig den Rand schön gerade ab.



Zickzacknaht, ein Stich auf und ein Stich neben dem Stoff .
Overlocknaht

Jetzt die Nahtzugaben zur hinteren Rockseite bügeln.


Rock nach außen wenden,
toll sieht das schon aus!


Um das Bündchen gleichmäßig anzustecken, teilst du die obere Rockkante in vier gleiche Abschnitte, so verfährst du auch mit der offenen Bündchenseite.


Nun den Rock in das Bündchen hineinstecken, die vier Markierungen treffen aufeinander!
Die Nähte treffen aufeinander!


Noch einmal mit einigen Nadeln zusammenstecken.



Jetzt nähst du von der Stoffseite aus, und ziehst das Bündchen dabei vorsichtig in die Länge!



Die fertige Naht wird wieder versäubert.

So sieht das aus, wenn der Oberstoff gleichmäßig an dem Bündchen verteilt ist!



Zur Bestimmung der Rocklänge jetzt anprobieren und Länge abstecken, du kannst jetzt auch entscheiden noch eine Bordüre, Spitze, Bommelkante oder was du gerade schön findest an dem Saum anzubringen. Das solltest du bei der Rocklänge bedenken.

Über das Bügelbrett ziehen, das erleichtert das Bügeln.


Die untere Rockkante (der Saum) wird durch Bügeln eines Einschlages und eines Umschlages erstellt. Einschlag 1 cm breit umbügeln.


Umschlag dann 2 cm breit umbügeln und feststecken.

Knappkantig an der Umbruchkante nähen, hierzu das Füßchen wieder auf mittlere Position stellen.


Wer möchte kann jetzt von der rechten Stoffseite den Saum noch verzieren, hier mit Zackenlitze.


Am Ende schlägst du die Litze ein und verriegelst wieder.


Soweit so großartig!

Passenden Knöpfe aussuchen.

Knopfloch in die Ecke des Umschlages der Taschen nähen, oder ohne Knopfloch einfach den Knopf aufnähen.


Tadaaaaaaaaa



Weitere Sew-Along Termine:

Am 19. 6. geht es um Details, Details, Details - Rockbund, Taschen und Säume und am 26. 6. gibt es das große Finale!