Mittwoch, 20. Juli 2016

Me Made Mittwoch am 20. Juli 2016



Hallo und herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch. Mein Name ist .meike oder auch FrauCrafteln.

Ein Nähprojekt hat mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt: der Waxirock. Ihr wisst nicht, was ein Waxirock ist? Das ist ein Maxirock aus Waxprint  - beides hätte ich noch vor ein paar Wochen weit von mir gewiesen, das mir das an mir gefallen könnte. Aber ich bin ein Lemming Opfer meiner Sehgewohnheiten: je öfter ich Waxprints sah, um so besser gefielen sie mir und als sich der erste zum Spaß genähte Maxirock als Garderobenliebling entpuppte, war auch diese Bastion gefallen.



Plötzlich hatte ich ein Bild im Kopf von stolzen, schönen Frauen mit prächtigen Hinterteilen in farbenfrohen langen Kleidern und dieses Bild liess mich nicht mehr los. Einen aufrechten Gang verbinde ich mit diesen Bildern aus meinem Kopf, Schönheit und Selbstbewusstsein. Plötzlich wurde dieser Waxirock für mich zu einem Symbol. Er wurde für mich zu einem Kleidungsstück, das laut sagt, dass jede Frau in jedem Körper schön ist und damit sichtbar sein darf und sollte. Ich konnte es kaum warten, diesen Rock zu nähen und zu tragen.



Rockschnitt: selbstgemacht
Shirt: Schnitt Mono Lisa aus Viscosejersey

Bevor ich anfing, den Waxirock zu nähen, grübelte ich stundenlang, wie rum ich das Muster nähen sollte. Zum Schluß entschied ich mich, den Stoff um 90 Grad zu drehen, irgendwie sehen diese Muscheln oder Fächer oder was das ist, so aufrecht so schön fröhlich aus.

Nach mehrmaligem Waschen wurde der Waxprint allerdings auch nicht so weich, wie ich es erhofft hatte und die erste Version meine Rockes, mit Gummibund, sah einfach nur furchtbar aus. Nix mit "jede Frau sieht hinreißend aus blabla....". Der Spiegel zeigte mir das Gegenteil. Doch glücklicherweise gab ich nicht auf. Ich trennte den Rock noch einmal in seine Einzelteile, nahm Weite oben raus, nähte einen Reißverschluss ein und steckte die Abnäher vorne und hinten so, bis sie mir gefielen.


Mit Bundfix geht der Bund fix

Anschließend nähte ich einen Bund mit Knopf und Knopfloch und korrigierte noch einmal, wie weit ich den Rock ausgestellt haben wollte. Wieder einmal bewahrheitete sich: jeder Stoff verhält sich anders. Durch seine Steifigkeit brauchte der Rock wesentlich weniger Weite als seine von mir genähten Vorgänger. Wieder was gelernt.

Die Nase hilft, den Schatten zu treffen

Was ich euch noch zeigen wollte, ist mein Nahtschattenfüßchen. Kennt ihr das? Ich habe den Bund so gebügelt, dass er von innen etwas länger ist, als von außen zu sehen, so konnte ich ihn mit einer Naht im Nahtschatten (also zwischen Bund und Rock in diesem Schlitz, der die Naht ist) unsichtbar annähen. Da mir das sonst nie besonders gut gelingt, habe ich nun dieses Füßchen, das mit seiner Nase ganz gut am Schatten langführt. Ich mag ja solche Gadgets!


Mit dem Shirt Mono Lisa habe ich den perfekten Sommershirtschnitt für mich gefunden und arbeite gerade an dem Projekt #6Shirts, von dem ich immerhin schon 4 fertig genäht habe. Ich mag dieses lockere, schmeichelnde Vorderteil und jetzt weiß ich auch, dass ich es mit Viscosejersey noch viel schöner finde, als mit Baumwolljersey oder noch festerem Jersey. Mit Viscosejersey ist es einfach perfekt für mich zum Maxirock!

Der Waxirock ist toll und hat sich auf einer durchtanzten Nacht schon wunderbar bewährt. Meinem mich begleitendenden Fotografen war es etwas unangehm, vor der Party und vor der Location Fotos zu machen. Obwohl ich sagte "von allen Seiten, auch von hinten" war nach wenigen Sekunden das "Shooting" schon vorbei und ich hatte nur eine handvoll Bilder mit der ewig gleichen FrauCrafteln-Pose. Aber nach einer durchtanzten Nacht,  hat er mich auch noch einmal von hinten erwischt.

Achtung: Am 27. 7. steht der Me Made Mittwoch unter dem Motto "Ich packe meinen Koffer" und nach einem tollen Sommer, in dem wir hoffentlich alle unsere Sommersachen ausgiebig tragen können, geht es am 7.9. mit dem MMM weiter!

Und ihr so? Auch mal wieder einer Mode ergeben oder zielstrebig nach Plan genäht? Hauptsache ihr fühlt euch schön!




Mittwoch, 13. Juli 2016

Me made Mittwoch am 13. Juli 2016

Heute begrüßen euch gleich vier Moderatorinnen zum MeMadeMittwoch.

Eigentlich planen wir ja Monate im voraus die Termine schon durch, aber manchmal kommt alles anders als geplant. Und dann gibt es einen Aufschrei auf der Crew-Kommunikations-Plattform und es muss schnell umgeplant werden. So geschah es am letzten Sonntag, eine neue Moderation für den heutigen Tag musste her.


Und da Dodo, Wiebe, Lucy und Karin eh gestern am Dienstag zum Maybachufer Bummel verabredet waren, entschied man schnell, dort spontan gemeinsame Fotos zu machen. Denn etwas Selbstgenähtes trägt man eh täglich oder zu solchen Gelegenheiten.
Und so uferten (der Fachbegriff fürs Stoffe jagen am Maybachufer in Berlin) wir gestern in folgender Kleidung:
Wiebke im Jerseywickelkleid Vogue 8379
Lucy in Culotte (126 Burdastyle 3/2015) und einer Wickelbluse aus einer Burda von 2007. 
Dodo im Waxprintrock nach einem Schnitt aus Fashion Style vom letzten Jahr (5/2016 oder 6/2012).
Karin im Waxprintrock nach dem Schnitt Norma, Ottobre (verlängert) und einem Oberteil, Schnitt Ida von Schnittchen.

Karin und Dodo trafen sich endlich zum ersten Mal live und in Farbe.

Es wurde gefachsimpelt und viel gelacht. Auch ein bißchen eingekauft.


Auf diesem Stoff sind Schuhe drauf. Schuhe!
Nur "ein bißchen eingekauft"

Diese Plattform hat nicht nur uns als Crew zusammengebracht, sondern schon viele verschieden nähende Bloggerinnen und Blogger im digitalen und analogen Leben miteinander verbunden. Und das ist neben den vielen mittwochlichen Inspirationen zu Schnitten, Stoffen und Nähprojekten doch eine unglaublich Nebenwirkung oder?


Mittwoch, 6. Juli 2016

Me Made Mittwoch am 6. Juli 2016

Herzlich willkommen zum ersten Me Made Mittwoch im Juli 2016! Ich, Nina (kleidermanie) freue mich, euch heute begrüßen zu dürfen.

Nachdem ich nun seit vier Jahren nähe, habe ich festgestellt, dass es immer wieder Phasen mit sich wiederholenden Schnittmustern gibt. Das Lady Skater Dress war lange mein absolutes Lieblingsschnittmuster und ich habe bestimmt fünf Kleider danach. Mindestens! In den letzten Wochen habe ich dann drei Kleider nach dem Schnitt "No.5 Arhus" von How to do Fashion genäht. Und seit dem Sommerrock Sew Along habe ich meine Liebe zu Tellerröcken entdeckt.

So trage ich heute also eine Kombination aus Tellerrock und dem Top "No.7 Vanlose" einem weiteren Schnittmuster von How to do Fashion, dem kleinen dänischen Designer Label, das mir mit seinen leicht retro angehauchten Schnittmustern ausgesprochen gut gefällt.


Das Top ist an den Schultern in Falten gelegt und hat einen Wasserfallkragen, der in diesem crepartigen Punktestoff vom Holländischen Stoffmarkt sehr schön fällt. Es ist Teil einer Hose-Top-Kombination. Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen beim Nähen von Hosen, habe ich mich aber nicht getraut, die Hose zu zuschneiden, sondern mich für einen Tellerrock entschieden. 


Das Oberteil lässt sich einfach über den Kopf ziehen und benötigt keinen Reißverschluss. Was zum einen an dem Zuschnitt des vorderen, oberen Teils im schrägen Fadenverlauf liegt und zum anderen an dem Schlitz, den ich an der hintere mittleren Naht offen gelassen habe und mit einem kleinen Knopf schließe.


Der kleine Schlitz gefällt mir und ich sollte ihn in Zukunft auch in das ein oder andere Kleid nähen. Er ist ein kleines, unauffälliges aber feines Detail, das schnell genäht ist.

Auf dem Blog von How to do Fashion gibt es eine bebilderte, englische Nähanleitung (Bsp. Vanlose), so dass jedes Schnittmuster leicht zu nähen ist. Man findet die Anleitungen unter "Sewing Patterns".


So begeistert, wie ich von dem kleinen dänischen Label bin - ich habe mittlerweile weitere Schnittmuster, die darauf warten, umgesetzt zu werden - möchte ich jedoch eins nicht verschweigen: Auf dem folgenden Bild kann man erahnen, dass "How to do Fashion" nicht gerade für breite Schultern/Rücken geeignet ist. 


Meine Schultern sind eher schmal und dennoch ist die Bewegungsfreiheit im Rücken ein ganz klein wenig eingeschränkt. Bei Vogue oder Burda könnte ich manches Rückenteil eine Nummer kleiner zuschneiden. Bei How to do Fashion nicht. Bei meinen drei Arhus-Kleidern habe ich damit jedoch kein Problem. Sie passen perfekt, die Schnittmuster sind eben für schmale Schultern konstruiert.


Für den Tellerrock habe ich wie bereits beim Sommerrock Sew Along den Rock von Mc Call´s 7081 genutzt und lediglich das Taillenband etwas schmaler zugeschnitten. Trotzdem ist dieser Rock etwas weit, was sich möglicherweise mit dem weichen Stoff erklären lässt. Waxprint gibt kaum nach und das Taillenband bei meinem Vogel-Rock ist eng anliegend. Bei diesem gepunkteten Crepestoff hatte sich das nicht mit Einlage verstärkte Taillenband bereits beim Aushänge um ca 20% (!!!) verbreitert. 

Die Verwendung des Rockteils von McCall´s 7081 hat mir das Berechnen der Tellerrockmaße, das Zeichnen und Ausschneiden erspart. Wer das Schnittmuster oder ein vergleichbares nicht besitzt, nun aber gerne einen Tellerrock nähen möchte, findet bei "von mri" oder "scheidern-naehen", wie man das Schnittmuster für einen Tellerrock konstruiert. Extrem kurz aber sehr verständlich erklärt Sybille das Berechnen der Maße.

Erstaunlicherweise sieht man auf keinem der Bilder den roten Futterstoff. Dafür kann man auf dem folgenden die Ausmaße des Rockes erahnen.


Die Bilder sind vom Montag, an dem ich zwar den Rock, nicht aber den Rest der oben gezeigten Kombination getragen habe, weil es dafür hier im Süden einfach viel zu kalt war. Dass ich in einer der wärmsten Regionen Deutschlands lebe, merkt man in diesem Sommer nicht.


Zu dem Rock möchte ich eigentlich einen drei bis fünf Zentimeter breiten roten Gürtel tragen. Im Internet hatte ich einen gefunden, der genau meinen Vorstellungen entsprach. Anstatt ihn zu bestellen, war ich jedoch plötzlich der Meinung, ihn selber nähen zu können. Er bestand aus einem farbigen Gummi und einer Schnalle. Die passende Schnalle liegt hier bereits. Das Gummiband habe ich bei Nina im Nähkontor entdeckt aber bisher leider nicht bestellt. Ärgerlich. Denn dieser passt farblich nicht wirklich zu den Schuhen. Ich sollte die Bestellung also dringend nachholen.


Und jetzt seid ihr dran. Ich freue mich auf eure Beiträge!

ANKÜNDIGUNG!

Der letzte Me Made Mittwoch vor der Sommerpause ist am 27. Juli 2016. Wie immer steht er unter dem Motto "Ich packe meinen Koffer".
Nach einem erholsamen Sommer geht es dann am 7. September 2016 mit dem Me Made Mittwoch weiter.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Me Made Mittwoch am 29.06.16

Herzlich Willkommen zum heutigen Me Made Mittwoch.
Ich bin Monika von wollixundstoffix und zeige heute mein neuestes Sommerkleid.



Neben Schwarz trage ich auch gerne Blau. Hier mit gelben und weißen Kreisen, die auch noch gemustert sind. Etwas Schwarz ist auch dabei und es ist ein herrlicher luftiger Viscosestoff. In Berlin in netter Begleitung gekauft.

Der Schnitt ist aus der Juli Burda Style, Modell 127.





Das Oberteil ist gedoppelt, nicht mit Futterstoff sondern dem Außenstoff.  Die Träger stehen leider zu weit auseinander und rutschen mir von der Schulter. Das nächste Mal würde ich sie weiter nach innen verlegen.
Das Rockteil liegt in breiten Kellerfalten und ist ungefüttert. Leicht und luftig ist das Kleid. Ideal für den Sommer.

Ich freue mich auf die vielfältige Kleidung, die, von Euch, für Euch genäht, gestrickt..., und an Euch gezeigt wird.

Wer jetzt 13 Minuten gebangt hat, es kommt kein Linkuptool. Voila hier ist er.
Ich bin jetzt hellwach, wach war ich zwar schon vorher.
Los gehts



Sonntag, 26. Juni 2016

Let's rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Finale

Willkommen zum Finale des Sommerock-Sewalongs! Als hätte der Sommer auf unsere Röcke gewartet, ist es jetzt schön und warm geworden - lasst sehen, was ihr genäht habt! Wir lassen die Verlinkungsmöglichkeit eine Woche offen, so dass ihr nicht hetzen müsst, denn das Mitnähen bei Sewalongs läuft ja nicht immer so, wie man sich das vorher vorgestellt hat.

Wir beiden, eure Gastgeberinnen, sind dafür das beste Beispiel: Ich (Lucy) habe wie geplant wenigstens einen Rock - Schnitt 101 aus Burdastyle 3/2016) - aus Rentnerjackenstoff mit blauer Paspel fertig bekommen.



Für die angedachte zweite Version aus etwas aufregenderem Stoff ist noch nichts gemacht, aber dafür habe ich Dank des Sewalongs eine Menge neue Ideen im Kopf: Einen langen, ausgestellten Rock aus Waxprint, einen knielangen Rock aus fließendem, schwarzen Stoff, einen schmalen Maxirock aus der Viskose, die hier schon zwei Jahre genau für diesen Zweck liegt... Sicher werde ich in den nächsten Wochen nicht mal annähernd alles umsetzen, aber ein gut gefülltes Ideenbuch ist ja schon ein Wert an sich. Danke dafür!



Bei mir, .meike, klappte wenig nach Plan. Plan A, ein Rock aus lange genau für diesen Zweck gehüteten Streifenstoff wurde gedanklich von Woche zu Woche komplizierter. Fertig ist er nicht, aber da ich ihn euch zum Sew Along versprochen habe, habe ich wenigstens improvisiert und kann einen Rock zeigen, dem noch der Reißverschluß und der Saum fehlt. Um an der virtuellen Modenschau, dem Sew-Along-Finale aber wenigstens etwas Fertiges zeigen zu können, nähte ich noch ein schnelles Rockprojekt, einen Maxi-Rock.




So eine gemeinsame Nähaktion hilft wirklich ungemein, sich zu trauen, sich aufzuraffen und sich spätestens zum Ende ordentlich ins Zeug zu legen, um wenigstens irgendetwas zu zeigen. Ich danke euch fürs Mitfiebern und Mitmachen - denn: nach dem Rock ist vor dem Rock.

Wir danken euch für eure rege Beteiligung und euren Spaß am Mitnähen und sind auf eure Sommerrock-Kreationen gespannt.




Mittwoch, 22. Juni 2016

MeMadeMittwoch mit Gastbloggerin Tina Blogsberg

Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute die große Ehre, Euch hier beim MMM meine Urlaubsgarderobe vorstellen zu dürfen. Ich bin Tina und blogge normalerweise unter dem Label Tina Blogsberg.
Ich habe sehr, sehr lange überlegt, was ich heute zeigen möchte und mich dann für eine Rock-Top Kombination entschieden, die ich bis jetzt wegen des schlechten Wetters leider nur in unserem schönen Kroatien Urlaub tragen durfte.


Zunächst ein paar Worte zum Top. Dieser Schnitt von AnniNanni ist bis jetzt leider unveröffentlicht. Das Top ist unter der Brust geteilt und hat zwei Brustabnäher, dadurch sitzt es wirklich sehr gut. Ich hoffe Annika ringt sich irgendwann doch noch durch den Schnitt zu veröffentlichen. Für das Top habe ich einen weichen Baumwolljersey verwendet. Die Säume sind mit einem Streifen versäubert. Mittlerweile habe ich etwas Übung darin und es wird immer ordentlicher.


Für den Rock habe ich den Schnitt Hollyburn von Sewaholic Patterns für mich entdeckt. Schon oft durfte ich ihn hier beim MMM bestaunen. Und es ist wirklich ein sehr schöner Schnitt, der Rock fällt weit, er hat Taschen und einen richtigen Bund. Mir widerstrebt es ja bis jetzt immer noch einfach mal einen Jerseyrock mit Bündchen zu  nähen. Irgendwie ist das nicht meins.


Da ich kein grofler Fan von Taillenröcken bin, habe ich Hollyburn eine Nummer größer genäht, damit er etwas tiefer sitzt, das gefällt mir an mir einfach besser. Leider war ich dabei aber schon bei der größten Göße vom Rock angelangt. Ich bezweifle, dass der Rock mir auch passt, wenn ich ihn aus einer gänzlich undehnbaren Webware nähen würde, wirklich sehr schade. Aber vielleicht probiere ich das einfach mal aus oder nehm ein paar Kilo ab, haha.
Hier habe ich noch zwei Detailbilder für Euch vom Bund und einer Tasche des Rockes, auf denen Ihr das schöne florale Muster des Jeansstoffes sehen könnt. Beide Stoffe sowohl der Jersey als auch der Jeansstoff sind vom Stoffmarkt.



Und jetzt wünsche ich Euch noch eine wunderschöne Woche und bin schon ganz gespannt auf Eure Mittwochs-Werke.

Eure Tina



Sonntag, 19. Juni 2016

Let's Rock, der Sommer-Rock-Sew-Along: Details, Details, Details


Hallo und herzlich willkommen zum dritten Treffen unseres Sommer-Rock-Sew-Alongs. Wir freuen uns sehr, dass die Idee, einen Sommerrock zu nähen so gut bei euch ankommt und sind gespannt auf eure Fortschritte!

Das heutige Thema sind Details. Ich, Meike, finde das ja gerade das Tolle am Nähen, dass ich es in der Hand habe, Details an Kleidungsstücke beliebig anzufügen oder wegzulassen. Ich denke da an vergessene Mantelaufhänger oder Ratz-Fatz-Röcke ohne Taschen. Die viel interessanteren Details sind aber diejenigen, die genau zu unserem Leben und unseren Bedürfnissen passen und die wir auch an Schnittmuster anfügen können, obwohl sie dafür gar nicht vorgesehen sind. Das prägnanteste Beispiel sind für mich: Taschen.

Bei Taschen gibt es die eine und die andere Fraktion: die einen sagen "kein Kleidungsstück ohne Taschen, wohin sonst mit Taschentuch, Schlüssel und Telefon" und die anderen sagen "Taschen? Wenn dann ohne Funktion, denn das trägt sonst viel zu viel auf" und vielleicht gibt es auch noch die dritte Fraktion, die das ganz einfach nach Lust und Laune handhabt. Ganz viel zum Thema "Taschen an Kleidungsstücken haben wir schon 2012 im Taschen-Monat-September zusammengetragen.

Rocktaschen können ein Designmerkmal sein und deswegen in ganz vielen Formen vorliegen. Die typischsten habe ich jetzt mal für euch zusammengestellt:


Nahttaschen
Diese Taschen werden in den Seitennähten eingefügt. Sie haben eine runde, abfallende Form, die zur Größe der Hand passt und immer nach unten zeigt, damit nichts herauskullert. Solche Taschen kennt eigentlich jede. Sie sind einfach zu nähen und wenn ihr einem Schnitt solche Taschen zufügen wollt, könnt ihr das Taschenschnittmuster problemlos von einem anderen Schnitt nehmen. Und wenn frau den Trick beherzigt, die Nahtzugabe auf den Taschenbeutel zu nähen, dann quillt auch nach ordentlichem Bügeln kein Wulst aus der Seitennaht.


Aufgesetzte Taschen
Aufgesetzte Taschen sind nichts anderes als ein verstürztes Stoffstück, das U-förmig angenäht wird, damit ein Beutel mit Eingriff ensteht. Verstürzen heißt nichts anderes, als dass zwei Stoffe (das, was als Tasche zu sehen sein soll und ein Taschenfutter) rechts auf rechts bis auf eine kleine Wendeöffnung zusammen genäht werden. Solche aufgesetzten Taschen sind oft rund oder eckig mit einer zurückgeklappten Ecke, so wie bei Sybilles Tutorial von letzter Woche.


Taschen mit Eingriff von oben
Diese Taschen kennt ihr z.B. von Jeans. Sie haben einen Eingriff von oben und und es gibt für den Taschenbeutel nur ein Schnittteil, das gleichzeitig ein Teil des Bundes ist bzw. oben am Bund angenäht wird. Manchmal werden solche Taschen mit kontrastierendem Stoff genäht, so dass überhalb des Eingriffs und in der Tasche ein anderer Stoff ist, als der Rest des Rockes. Die Tascheneingriffe kann frau zur Stabilisierung und/oder Verzierung mit Schrägband einfassen.


Taschen im Bahnenrock
Bahnenröcke habe ich viele (z.B. dieser Rock) und alle haben diese Taschenvariante, die mir mal eine Freundin zeigte. Um solche Taschen zu konstruieren, überlegt ihr euch, in welcher Höhe der Tascheneingriff sein soll und teilt das Schnitteil horizontal an dieser Stelle. Dann überlegt ihr euch, wie tief die Taschen sein soll und schneidet ein oberes neues Bahnenteil zu, das die Fläche oberhalb der Tasche sowie den Taschenbeutel bildet. Beide Teilbahnen werden an den Seiten verbunden, wenn die Bahnen aneinandergefügt werden und am unteren Ende der Tasche mit einer Naht geschlossen. Den Eingriff könnt ihr umklappen und feststecken oder mit Schrägband versäubern.

Das wäre es von meiner Seite aus zum Thema Taschen. Ich übergebe an Lucy, die sich mit Säumen beschäftigt.

Wie oft habe ich, Lucy, beim Nähen eines Rockes oder Kleides schon vorfreudig und voreilig gedacht: "Nur noch der Saum, dann ist es fertig!" Fast genauso oft, wie ich den Saum dann zwei- oder dreimal nähen musste, weil der Stoff seltsam abstand oder beulte, meistens weil die gewählte Saumart nicht richtig zum Stoff und zum Schnitt passte. Ich habe heute daher ein paar Beispiele für verschiedene Saumarten zusammengestellt.

Breiter, gerader Saum, zweimal eingeschlagen

Saum zweimal eingeschlagen, Blindstich - Klick aufs Foto zeigt es größer an
Wenn die Saumlinie gerade ist, kann der Saum gut 4 cm breit sein, durch den breiten Umschlag fällt der Rock schön. Bei dünnerem Stoff, so wie hier bei bedruckter Viskose, aber auch bei dünnen, nicht steifen Wollstoffen, bügelt man erst den Saumumschlag um, dann kann man die Saumzugabe oben auch noch einmal knapp einschlagen (etwa 1 cm) und den Saum entweder am Einschlag entlang feststeppen oder fast unsichtbar mit Blindstich per Hand annähen.

Beim Blindstich erfasst man auf der Rockseite immer nur einen Gewebefaden mit der Nadel, während man in die Saumseite großzügiger einstechen und den Faden ein Stück in der umgeklappten Kante mitlaufen lassen kann. Man sticht also quasi im Zickzack zwischen Saumumschlag und Rock hin- und her. Ein kurzes Video des Blindstichs findet ihr in diesem Beitrag bei Ella Mara. Es ist völlig in Ordnung, wenn man die Stiche auf der Außenseite des Rockes als eine Reihe kleiner Punkte sehen kann - solange sie gleichmäßig sind und man den Faden nicht zu stark anzieht, sieht das ordentllich aus. 

Breiter, gerader Saum, einmal eingeschlagen

Versäuberter Saum, Blindstich - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald der Stoff etwas dicker und steifer ist und sich womöglich noch schlecht bügeln lässt, ist es ungünstig, den Stoff zweimal umzuschlagen - der Saum wird wulstig und zeichnet sich gerne mal auf der Außenseite ab. Dann versäubert man am besten die Kante des Saumumschlags mit einer beliebigen Methode und näht dann knapp neben der Versäuberung den Blindstich. Ella näht im verlinkten Video oben ebenfalls einen einfach umgeschlagenen Saum an.

Gebogener Saum mit Schrägband oder Spitze, außen unsichtbar

Schmaler Saum mit Spitze oder Schrägband - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Sobald die Saumlinie gebogen ist, kommt man mit breiten Saumumschlägen in die Bredouille: Der Umschlag wird zur Schnittkante hin breiter, der Rock nach oben enger - das resultiert in einem Stoffüberschuss, der sich beim Annähen nicht wirklich elegant unterbringen lässt. Gebogene Säume sollten deshalb schmaler sein,  etwa 1,5 cm Einschlag reicht.

Besonders einfach und schön ist es, den Saum mit Spitze oder Schrägband zu verarbeiten: Schmale Spitzenborte mit Geradstich auf die rechte Seite des Rocksaums steppen, Spitze so nach innen klappen, dass sie von außen nicht mehr zu sehen ist, und mit Blindstich von Hand annähen. Oder schmales, vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts in der Saumlinie ansteppen, nach innen klappen und von Hand gegensäumen.

Mit Schrägband eingefasster Saum

Saum mit Schrägband eingefasst - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Einen zusätzlichen Farbakzent kann man mit einem mit Schrägband eingefassten Saum setzen -  ich habe natürlich nur ein Beispielbild schwarz mit schwarz. Entweder vorgefaltetes Schrägband rechts auf rechts auf den Rock steppen, um die Kante legen und die zweite Tour innen mit der Hand unsichtbar festnähen, oder zuerst auf der linken Seite ansteppen, nach außen umklappen und die zweite Runde sichtbar von rechts feststeppen.

Spitzensaum


Futterröcke mit Spitzenkante - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Spitzenkante von links - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Eine Spitzenkante am Rocksaum (ich mache das ab und zu bei Futterröcken) kann man so annähen: Spitzenborte knapp an der Bortenkante entlang auf der rechten Stoffseite mit Geradstich festeppen, die Nahtzugabe des Stoffes auf der linken Seite nach oben (von der Borte weg) bügeln und die Bortenansatzkante von rechts noch einmal mit einem kleinen Zickzackstich entlangkanteln. Überschüssigen Stoff auf der Rückseite bis zum Zickzack wegschneiden.

Gepfuschter Saum

Hingepfuschter Saum - Klick aufs Bild zeigt es größer an
Manchmal hilft aber gar nichts - wenn sich, wie hier, ein dicker, störrischer Stoff nicht bügeln lässt und alles regelgerecht Genähte furchtbar aussieht, dann darf man auch einfach mal den Umschlag mit Zickzack versäubern und die Saumkante knappkantig absteppen und es gut sein lassen!

Und wie sieht es bei euch aus? Details wie im Schnittmuster vorgesehen oder doch etwas ganz Eigenes? Wie sehen eure Nähfortschritte aus? Wir sehen uns am 26.6. beim Finale!